Alle fünf ABCs mit Lowdown

Alle fünf ABCs mit Husstle on down the line

Trio :Koch/Schultz/Arnold-Schultz mit Canned heat Medley

Trio: Koch/Schultz/Roschauer mit Room to Move

Trio: Koch/Schultz/Schuster mit bring it on home

 

 

Artikel vom Gig im Volkspark 2017

 

ALBERT KOCH'S ACOUSTIC BLUES COMMUNITY IM VOLKSPARK

 

 

 

Haben die ein Glück. Regen vor dem „Sommer Swing“, Regen hinterher, bloß während des Konzertes mit Albert Koch's Acoustic Blues Community sommerliche Temperaturen und eine fantastische Wohlfühl-Atmosphäre. Da mussten sich die rund 800 Besucher am Mittwochabend im Volkspark ja fühlen wie im Blues-Himmel.

 

 

 

Das Trio mit Albert Koch, Bluesharp, Wolfgang „Blueswolf“ Schuster aus Speyer und Jürgen „Mojo“ Schultz aus Weinheim (beide Gitarre) erwies den frühen Blues-Heroen der 1920er und 1930er Jahre ihre Reverenz und präsentierte sich dabei in Bestform. Denn sie wiesen eindrücklich nach, dass auch weiße Jungs den Blues mit viel Feeling angehen können. Sie erreichten dabei ein Maß an Abgeklärtheit, das vielen anderen ihr Lebtag nicht zuteil wird. Sie müssen eben niemanden mehr mit aberwitziger Virtuosität beeindrucken (obwohl sie's können) – vielmehr versuchten sie mit ihren Instrumenten Geschichten zu erzählen, die sicher mehr mit den ewigen Wahrheiten des Blues zu tun hatten als mit irgendeiner anderen Musik. Schuster und Schultz erwiesen sich dabei nicht nur als fabelhafte Sänger, sondern mehr noch als mitreißende Gitarristen, deren Soli die Stücke tatsächlich nach vorne trugen und emotional bis unter die Gürtellinie reichten. Die Songs von Mutty Waters, Big Bill Broonzy, Freddie King oder Sunny Boy Williamson hatten allesamt eine raue Blues-Basis, ohne einen Moment plump zu wirken. Vor allem demonstrierten sie, wie's auch leiser geht – und siehe da: die Besucher hörten zu. Die beiden entpuppten sich aber auch als passionierte, mit allen Wassern gewaschene Gitarristen. Da hörte man ruppige Licks, die direkt aus dem Mississippi-Delta-Dreieck stammten könnten, ebenso wie unwiderstehliche Grooves, die den Songs neues Leben einhauchten.

 

Mit einem schier angeborenen Sinn für Nuancen agierte Wolfgang Schuster, der schon seit den 1970er Jahren zu den herausragendsten Vertretern der Bluesszene vor allem im süddeutschen Raum zählt und den das „Jazzpodium“ als „begnadeten, ernsthaften Poeten“ bezeichnet hat, mit wundervoll melodiösen Single Notes und gesangvollen Improvisationen, dann wiederum mit Explosionen, funkelnden Verzierungen und wiederholt eingebauten Riffs. Wie er hier all seine Könnerschaft in Technik und Ausdruck aufbot, um diese Edelsteine zum Leuchten zu bringen, war einfach Balsam für alle Gemüter und Ohren, zumal seine Gitarre mit den eingebauten Resonatoren einen besonderen Klang hatte.

 

Als Saitentüftler erwies sich auch Jürgen Schultz. Wie die alten Blues-Legenden legte er seine Spezialgitarre, eine Dobro, auf die Oberschenkel und zauberte aus den Saiten herrlich fließende Glissandi, die an den hohen Ton einer Hawaii-Gitarre erinnerten. Sowohl gleitende Töne als auch schwirrende Vibratos entlockte er so bei Titeln wie „Can't get that stuff“ von Tampa Red oder „Bring it on home“ von Sunny Boy Williamson im Bottleneck-Stil den Saiten, nur dass er nicht mit dem abgebrochenen Flaschenhals darüber glitt, sondern mit einem Metall-Slider. So war seine Gitarre nur das Vehikel, um seine Gefühle zu interpretieren. Für den Groove war Albert Koch an der Mundharmonika zuständig. Äußerst gegfühlvoll, ohne jeden Hang zum Exhibitionismus spielte er und demonstrierte dabei die ganze Facettenhaftigkeit dieses eigentlich so spröden Instruments. Bei Songs wie „I'm Tore down“ von Freddie King oder „Ramblin' Man“ von den Allman Brothers jedoch ging die Post ab, demonstrierte der Virtuose zirzensische, ja zungenakrobatische Effekte durch Atemkontrolle, Manipulationen mit Lippen und Zunge sowie den Durchzug von Luft durch den Mund. So warfen sich die Drei mit Power die Bälle zu und entwickelten dabei einen stetigen Fluss an Ideen. Das Publikum war begeistert und bedankte sich nach jedem Song empathisch.

 

 

 

 

unsere CD
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CD-Rezension „Leo“ vom 23.02. 2017, Seite 8

 

AUFGENOMMEN: CDS AUS DER REGION

 

 

 

Blues:AcousticBluesCommunity

 

 

 

Fünf alte Hasen des

 

Genres und Meister ih-

 

res Fachs tun sichzu-

 

sammen und interpre-

 

tieren eine erlesene

 

AuswahlanLieblingsti-

 

teln.UnddamithatdieAcousticBluesCom-

 

munity, namentlich Albert Koch (Harp,

 

voc.),Jürgen MojoSchultz (git., voc.), Nor-

 

bertRoschauer(git.,Mandoline,voc.),Petra

 

Arnold-Schultz (b., voc.) und Blueswolf

 

WolfgangSchuster (git., voc.), einen echten

 

Treffer gelandet.Wer das Album auflegt,

 

hatschnelldasLagerfeuervordeminneren

 

Auge.ObJJ.Cale,CannedHeatoderElmore

 

James:DiePfälzerCommunitygibtdenVer-

 

sionen ihrerSongs eine eigene Handschrift

 

mit und veredelt die Klassiker damit sogar

 

noch. Bluesrock und Americana vom Feins-

 

ten für Gute-Laune-Abende! | wig

 

CD/Kontakt:062328773119,16Euro